|
Seit dem großen Ringkrieg ist
sein Name in aller Munde. Zweifellos ist er ein Elf der besonderen
Art, ohne den die neun Gefährten nie so weit gekommen wären, wie sie
sind. Und zahlreiche Fans fragen sich: Wie kann ein so großer Held
auch mitten in der Schlacht noch so gut aussehen?
Glamourelf hat Legolas, den Prinzen von Düsterwald, besucht
und ihm die Fragen gestellt, die seinen Anhängern schon lange auf der
Zunge brennen.
Glamourelf: Elen síla lumenn'omentielvo, Legolas. Schön, dich
auch einmal in natura zu sehen. Und - wenn ich das sagen darf - so
siehst du sogar noch umwerfender aus.
Legolas: Danke sehr. Ich bemühe mich auch immer, ein perfektes
Styling zu haben. Man weiß nie, wann ein Paparazzi beim nächsten Mal
auftaucht. Und wer will schon hässliche Fotos in irgendwelchen
Schundblättern kleben haben? (lacht)
Glamourelf: Absolut. Womit wir schon bei des Pudels Kern wären.
Wir von Glamourelf versuchen immer, unseren Lesern und
Leserinnen die besten Tipps zur Pflege zu geben. Könntest du, als
Meister in dieser Kunst, vielleicht ein paar deiner Geheimnisse
verraten?
Legolas: Als Meister würde ich mich nicht bezeichnen. Ich bin nur ein
ganz normaler Elf, der mit überdurchschnittlich schönem Haar
beschenkt wurde. Aber natürlich reicht das allein nicht aus. Haare
brauchen Pflege. Man darf sie nie vernachlässigen! Haare repräsentieren
dich selbst. Nimm Gimli her. Seine Haare sagen sofort: Ich bin ein
ungepflegter Zwerg.
Bei aller Freundschaft, aber was sich in seinem "Gestrüpp"
alles herumtreibt... *schüttelt sich*
Glamourelf: Aber Zwerge kann man ja nicht mit Elfen vergleichen.
Sie schätzen die hohe Schönheit nicht.
Legolas: Das ist wahr. Leider konnte nichts von mir auf Gimli abfärben,
so sehr ich es auch probiert hätte.
Glamourelf: Sind bei einem Zwerg nicht sowieso alle Versuche
vergeblich? Ich denke, man kann sie nur bemitleiden und ... existieren
lassen.
Legolas: Recht hast du. Jetzt bin ich auch schlauer, bei ihnen ist
einfach alles verloren. Es ist besser, wenn man sich in dieser Zeit um
sein eigenes Wohl und Äußeres kümmert.
Glamourelf: Was in erster Linie unsere Haare wären.
Legolas: Exakt! Haare, wie schon gesagt, sind das Markenzeichen für
uns Elfen. Je länger, desto besser. Und glänzen sollen sie, strahlen
wie Elanor in Lothlorien. Und dies zu erreichen ist auch nicht so
schwer, wie manche annehmen. Mit etwas Geduld kann jeder fast so schöne
Haare haben wie ich.
Glamourelf: Wir sind gespannt.
Legolas: Nun, am besten beschreibe ich meinen Tagesablauf. Essentiell
für Schönheit ist viel Schlaf. Es ist allseits bekannt, dass wir
Elfen nur wenig Schlaf brauchen, aber dennoch... besser ein paar
Stunden mehr, als zu wenig. Zu wenig Schlaf verursacht im Körper
Stress, was wiederum der Haut schadet. Ein Porzellangesicht bekommt
man mit drei Stunden Schlaf pro Nacht bestimmt nicht.
Meine Durchschnittsschlafdauer liegt bei etwa sechs Stunden pro Tag.
Zwei mehr als Elfen brauchen, aber meine Haut und mein Haar brauchen
es bestimmt. Natürlich schlafe ich nur bei offenem Fenster, auch wenn
es kälter ist. Kalte Luft ist ausgesprochen gut für die Haut,
reinigt und strafft sie.
Danach bade ich mich im Quellwasser des Eilend. Auch wenn es kalt ist.
Nichts weckt mehr auf und fühlt sich angenehmer an als das Prickeln
von kühlem Nass auf der nackten Haut.
Dann - natürlich - jeden Tag frisches Gewand. Das ist unerlässlich.
Man bedenke nur den Schmutz, der sich täglich in den Falten und Nähten
ansammelt.
Und schließlich noch das Wichtigste der täglichen Pflege.
Glamourelf: Die Haare!
Legolas: Nicht ganz. Aber auch. Gesicht und Haare. Man muss beide als
Einheit sehen. Zu einem runden Gesicht passen keine glatten Haare. Zu
einem schlanken, langen keine Turmfrisuren. Haare stehen nicht nur für
sich. Das muss man immer bedenken.
Glamourelf: Oh, du bist so erleuchtend.
Legolas: Danke, danke. Aber jeder andere Elf würde auf dieselben Schlüsse
kommen, wenn er ein paar Jahrhunderte darüber nachdenken würde. Ich
sehe mir einfach die Menschen genau an.
Glamourelf (entsetzt): Menschen?
Legolas: Ja, Menschen. Man glaubt es kaum, aber von ihnen kann man
einiges lernen. Sie machen in puncto Schönheitspflege derart viele
Fehler, dass man eine ganze Bibliothek füllen könnte, wenn man sie
aufschreiben könnte.
Also sehe ich mir Menschen an. Alt und jung, Mann und Frau. Und ich
frage mich dabei, was sie so hässlich macht. Die Kleidung? Die
Frisur? Das Gesicht?
Bei Elfen ist das schwieriger. Wir sind im Grunde alle schön, manche
eben mehr, manche weniger. Da fällt es oft schwer, den genauen Grund
zu erkennen, wieso jemand unvorteilhaft aussieht.
Menschen hingegen sind das ideale Forschungsobjekt. An einem einzigen
kann man so viele Fehler sehen, weil sie immer zusammenspielen. Sie
tragen die unvorteilhafteste Kleidung zur unvorteilhaftesten Frisur.
Dann frage ich mich, welche Kleidung zu der Frisur besser passen würde.
Und dann, welche Frisur zu der verbesserten Kleidung passen würde.
Daraus ergibt sich dann ein ideales Schema, das ich - so abstoßend es
auch klingt - auf uns Elfen übertrage.
Glamourelf: Nun, wie man sieht, funktioniert es. Der Zweck heiligt
die Mittel.
Legolas: Ja, das sage ich mir auch immer, wenn ich mir denke, dass ich
diese geballte Ansammlung von Stillosigkeit nicht mehr ertragen kann
(seufzt)
Nun, wir waren bei den Haaren. Für mich habe ich diese perfekte
Angleichung Gesicht-Haare schon gefunden. Das ist eigentlich der
schwierigste Teil. Dann kommt nur noch die tägliche Pflege hinzu.
Diese besteht für das Gesicht aus einer Maske aus Niphredil. Zu den
Rohstoffen kommt man selten, wohnt man nicht in Lothlorien. Ich lasse
mir immer eine ganze Kräutertasche voll Niphredil importieren. Dabei
ist es natürlich von Vorteil, wenn man gewisse Verbindungen hat.
Diese Maske bleibt zwei Stunden auf dem Gesicht und wird wieder mit
Quellwasser abgespült.
Für die Haarpflege brauche ich wieder Niphredil, vermischt mit
Mithrilstaub, der die Haare zum Glänzen bringt.
Glamourelf: Mithrilstaub? Ich wusste nicht, dass es so etwas überhaupt
gibt. Mithril gilt als unzerstörbar!
Legolas: Nun, wie gesagt, gewisse Verbindungen erweisen sich beizeiten
als nützlich. (lächelt wissend)
Ich kämme meine Haare, streue das feine Pulver darüber und lasse es
eine Stunde wirken. Danach kämme ich sie wieder, ohne Ausspülen. Und
dann kann mein Tag beginnen.
Glamourelf: Ich bin erstaunt, Legolas. Ehrlich gesagt hätte ich
nicht erwartet, so viel von dir zu lernen. Herzlichen Dank für deine
zahlreichen Ideen. Ich bin sicher, alle Leser werden dir dafür ewig
dankbar sein.
Legolas: Ach, das ist doch nicht nötig. Von Wissen sollen so viele
wie möglich profitieren, sofern es Elfen sind.
Glamourelf: Elfen mit deiner Einstellung bräuchte Mittelerde
wahrlich mehr. Darf ich noch eine Frage stellen?
Legolas: Nur zu.
Glamourelf: Wir alle wissen von der schrecklichen Zeit, die du in
den von Bösem durchsetzten Minen von Moria fristen musstest. Trotzdem
hast du es geschafft, davon keinen Schaden zu nehmen. Bei deiner
Ankunft in Lothlorien bewunderten alle anwesenden Elfen deine
strahlende Schönheit. Wie hast du das geschafft?
Legolas: Oh, Moria. Ein Schatten legt sich über mein Herz, wann immer
ich an diesen verruchten Ort denke.
Aber eigentlich war es ganz leicht. Als intelligenter Elf muss man
immer mit allem rechnen. So gehe ich nie ohne meine Schminktasche außer
Baum, in der sich alles befindet, was man brauchen könnte. Von der
Nagelfeile über Seife bis hin zu einem Kamm, einer festeren Bürste
(Einmal kam mir der dumme Gedanke, sie an Gimli zu verschwenden. Glücklicherweise
siegte vorher meine Vernunft.), den beiden oben beschriebenen
Pulvern,...
Das ist etwas, das jeder Elf besitzen sollte.
Glamourelf: Nun, ich werde mir gleich eine zulegen. Vielen Dank für
das Interview und die erleuchtenden Worte. Auf bald.
Legolas: Auf bald.
|