Technik vs. Magie

Und was ich an der Technik noch schlimm finde, sind die Fehler. Nicht die großen, die ganze Städte vernichten, oder auch Länder - natürlich ist es schlimm, wenn versehentlich irgendwo eine kleine Atombombe abgeworfen wird, aber das betrifft mich (noch) nicht direkt, und wenn es das einmal tut, werde ich mich darüber wohl nicht mehr ärgern können - sondern was ich meine, das sind die kleinen, mehr und mehr unbedeutender werdenden Fehler, die dir dein everyday life zur Qual werden lassen. Mich betrifft das besonders, weil ich schon seit jeher mit der Technik auf Kriegsfuß stehe und sie am liebsten vollkommen aus meinem Leben verbannen würde, wenn ich nicht schon zusehends von ihr abhängig wäre.
Mit Magie hast du dieses Problem nicht. Da gibt es keine Computer, die bei den schlechtesten erdenklichen Gelegenheiten abstürzen oder einfach mal so irgendein Programm schließen. ICQ schließt sich nicht während der interessantesten Diskussion und die Internetverbindung gibt nicht auf, wenn du nur noch eine Minute brauchst, um ein 70MB-File downzuloaden, das du natürlich nicht resumen kannst.
Weiters macht es auch nichts, wenn du über ein bisschen Magie ein Glas Eistee schüttest, die Tastatur ist da schon etwas haglicher. Die Magie kannst du auch biegen und quetschen, ohne dass es ihr viel ausmacht, nein, sie will es sogar! Man formt die Magie mit seinen eigenen, zwei (oder drei) Händen, aber versuch das mal bei einer CD-Rom. Keine Chance, spätestens, wenn du aus ihr einen Bücherhalter machen willst, zerbricht sie und mit ein wenig Glück verletzt man sich dabei auch noch. Ein jeder weiß, wie viele Nerven und Geduld es kostet, ein technisches Gerät zu besitzen.

Nimmt man auf der anderen Seite die Magie, versteht man gar nicht, warum sich die Menschheit der Technik zugewandt hat. Bedeutet es wirklich so viel Aufwand, einmal mit den Fingern zu schnippen, um sich zum nächsten Brunnen zu teleportieren? Denn Aufwand muss das Zauberwort sein, da Bequemlichkeit des Menschen beste Tugend ist. Vollkommen unverständlich! Man bewegt viel lieber seine Füße ein paar Kilometer weit, als dass man die zarten Finger auch nur einen Zentimeter rührt. Nein, falsch.
Was den Menschen wirklich von der Magie abgebracht hat, ist die Arbeit, oder eben das Invers davon, wie schon zuvor geschrieben. Doch ist es nicht körperlich, was ich meine, sondern geistig - alles spielt sich nur im Kopf ab. So muss der Mensch denken, um die Fäden der Magie zu verweben und so die magische Essenz zu bilden, die einen Zauberspruch - wie dieser höchst komplizierte Vorgang oft landläufig genannt wird - ausmacht. Das Fingerschnippen, Abrakadabrasagen, im Kreis um ein Feuer Tanzen und Gröhlen oder kleine Kinder im Backofen Opfern ist nur ein visueller Akt, um auch Zuschauern etwas zu bieten, der prinzipiell nicht wirklich nötig ist, aber oft und gerne verwendet wird, wenn man seine eigene Unfähigkeit im Zaubern verdecken und etwas Zeit schinden will. Dabei kommt auch Masochismus nicht zu kurz, da dies oft als doppelt so eindrucksvoll dargestellt wird (Ich erinnere mich da an einen Zwerg der - als sich ein magisches Gefüge, das er kurz zuvor erzeugt hatte, in Luft auflöste - sich selbst in zwei Stücke gerissen und anschließend verbrannt hat). In gewisser Weise tut er mir leid, da er damals (noch) nicht wusste, dass auf "Verbrennung und anschließendes Verschwinden in einem Spalt in der Erde" ein gewisser Herr in Rot mit einem Schwanz und zwei Hörnern (und gelegentlich Ziegenbeinen, aber nur bei wirklich abergläubischen Menschen, die fest auf Traditionen pochen und ihn ohne nicht als das ansehen, waser ist; normalerweise kommt er aber einfach nur mit seinem roten Anzug und einer Fackel - ohne Licht und Wärme hält er es einfach nicht aus, deshalb hat er auch eine Tunnelphobie und ist jedes Mal heilfroh, wenn er am Ende eines solchen angekommen ist) das Patent hat. Naja, Unwissenheit schützt nicht vor blablabla, usw.

Im Übrigen ist T. eigentlich ganz gesellig. Ich verstehe allerdings immer noch nicht, warum er sich T. nennt, er meinte mal, sein Mädchenname wäre ihm peinlich und schlecht für's Geschäft. Ich finde ihn eigentlich ganz niedlich, nur sein zweiter Name ist lustig, die klingt wie... irgendwie wird's plötzlich so warm...

Lilliana Sternenstaub