Raben

Wenn einst ich lang nach Mitternacht
In meiner kleinen Kammer sitze
Der weinende Mond im Wasser erwacht
Und ich leere Worte in ein Büchlein ritze

Denke ich an das Licht

Wenn einst mein Gedanken schweifen
Im letzten Schein des alten Tages
Über Sümpfe und Wälder streifen
So fühle ich: Beklag es

Das Leben an sich

Wenn einst die Sterne sich verstecken
Hinter den Federn der toten Vögel
Ihr Antlitz mit schwarzroten Daunen bedecken
Derer, die begraben in beschatteten Hügeln

Als freie Geister liegen

Wo sie lebten
Wo sie breiteten
Ihre Schwingen gen Freiheit
Wo sie flogen
Wo sie starben
In Einsamkeit

Wenn einst die Körper überwachsen
Von Moos und Lügen kommender Zeit
Lang aus der Erinnerung verloschen
Liegen in ihrer Erhabenheit

Sind die Feuer der Nacht verblasst

Wenn einst die Worte sind vergessen
Welche die Raben zu sagen versuchten
Die Schwingen sich nicht mehr heben lassen
Die vom Feuer gezeichneten

Gehört die Welt Fürst Nudd

Wo sie lebten
Wo sie breiteten
Ihre Schwingen gen Freiheit
Wo sie flogen
Wo sie starben
In Einsamkeit

Das Wissen der Raben ist vergessen
Der Flug der Raben verloschen in der Glut
Ihr Krähen für immer verstummt.