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Monika Felten:
Die Macht des Elfenfeuers
Klappentext:
Glücklich und stolz durchschreitet Kiany das Tor zur Stadt Nimrod, wo
sie den Priesterinnen der gütigen Göttin als Novizin dienen soll.
Endlich sieht sie jene Stätte, an der ihre berühmte Vorfahrin Sunnivah
einst den finsteren Herrscher besiegte!
Kianys Freude währt nicht lange, denn alsbald quälen Albträume von
Tod und Zerstörung sie des Nachts und selbst am helllichten Tag fallen
die Schatten nahender Schrecknisse über sie her. Die
Priesterinnenmutter hält sie für heimwehkrank und will sie nach Hause
zurückschicken. Doch dann wird Sunnivahs magisches Amulett geraubt, das
streng bewacht im Saal des hohen Rates ruhte, und Kianys Ahnungen bestätigen
sich: Das Böse kehrt zurück und nähert sich unaufhaltsam der
Festungsstadt.
In höchster Not verbünden sich alle guten Mächte, um das Land Thale
vor dem Ansturm finsterer Magie zu bewahren. Zu spät, wie es scheint...
250 Jahre sind vergangen, seit
Sunnivah Thale vor An-Rukhbar gerettet hat. Seitdem herrscht Friede im
Land, Menschen und Nebelelfen leben in Ruhe für sich. Naemy, die
Nebelelfe, die schon Sunnivah auf ihren Abenteuern begleitet hat, ist
nun mit ihrem Sohn Tabor unterwegs, um nach den schon ausgestorben
geglaubten Riesenalpen zu suchen. Tatsächlich werden sie auch fündig,
in einem Gebirgsnest entdecken sie drei unversehrte Eier. Mit viel
Geduld ziehen Naemy und Tabor die beiden Männchen und das Weibchen
Leilith hoch.
In einem kleinen Dorf wächst unterdessen Kiany heran, eine junge
Heilerin und Nachfahrin der Auserwählten Sunnivah. Um besser
ausgebildet zu werden, begibt sie sich nach Nimrod. Was sie nicht weiß,
ist dass sie von einer ihrer Vorfahren die Gabe des Sehens geerbt hat.
Kurz nach ihrer Ankunft in Nimrod wird Kiany von düsteren Visionen
geplagt. Auf dem Turm der Burg sieht sie im Norden ein flammendes
Gesicht, das sie auffordert, zu ihm zu kommen. Andere Visionen erzählen
von der großen Schlacht um Nimrod und von Statuen, die durch einen
kleinen Käfer zu Staub zerfallen.
Als Naemy zu den Menschen nach Nimrod kommt, um sie vor einem drohenden
Unglück zu warnen, erweisen sich diese Visionen als wahr. Während
einer Feier wird das Amulett gestohlen, mit dem Sunnivah damals das
Elfenfeuer gerufen hat. Naemys Verdacht bestätigt sich bald:
Asco-Bahhran, der einstige Magier An-Rukhbars, hat sich durch seine
Magie Jahrhunderte lang am Leben gehalten und versucht nun, mit der
Hilfe des Amulettes Thale zu erobern.
Mit "Die Macht des Elfenfeuers" setzt Monika Felten die
Geschichte von Thale, die sie in ihrem Erstlingsroman
"Elfenfeuer" begonnen hat, fort. "Elfenfeuer" fand
2001 unter den Lesern großen Zuspruch und wurde schließlich mit dem
Deutschen Phantastik Preis ("Bester Deutscher Roman 2002")
ausgezeichnet. So ist es nicht verwunderlich, dass die Fortsetzung mit
Spannung erwartet wurde. Nun liegt bei Lesern die Angst immer darin,
dass Fortsetzungen sich entweder zu Endlosreihen mit den ewig gleichen
Charakteren entwickeln oder einfach um ein ganzes Stück Qualität einbüßen.
Erfreulicherweise ist keines davon der Fall. Auch ohne das Vorwissen aus
"Elfenfeuer" kann man den Roman lesen, da die wichtigsten
Ereignisse von den Charakteren erzählt werden. Von diesen Charakteren
sind nur wenige aus dem Vorgängerroman übernommen, nur Naemy,
Asco-Bahhran und die Gütige Göttin, die uns diesmal nicht nur als
passives Glaubensbild, sondern als handelnder Charakter entgegen tritt,
sind dem Leser bereits bekannt.
Auch in Punkto Qualität ist "Die Macht des Elfenfeuers"
keinesfalls schlecht. Es scheint vielmehr, als habe die Autorin seit dem
ersten Buch mehr Sicherheit im Schreiben gewonnen und ihren Stil
verfestigt. Der Roman lässt sich flüssig lesen, die Spannung bleibt
durchgehend erhalten. Monika Felten scheut sich auch nicht, ihre
Charaktere leiden oder sogar sterben zu lassen, wie es bei vielen
Autoren vorkommt. Kein rettender Einfall in ausweglosen Situationen,
kein Fünkchen Magie, um noch schnell zu entkommen - auch in einer
erdachten Welt sind die Helden doch nur aus Fleisch und Blut gemacht.
Und wiederum stattet die Autorin Thale mit neuen, fantasievollen Details
aus, die liebevoll in die Handlung eingefügt werden, wie z.B. die
Piluli-Flöten der Nebelelfen, die nur von der Person gehört werden
kann, die der Schnitzer erwählt hat.
Auch die Aufmachung des Buches ist sehr schön gemacht. Der
Schutzumschlag des Hardcovers ist mit einem stimmungsvollen Bild
bedruckt, das an das Cover des ersten Bandes erinnert. Zusätzlich gibt
es noch im Inneren eine Karte Thales, silber auf schwarzem Papier
gedruckt und ein ebenfalls silbernes Lesezeichen-Bändchen.
Alles in allem kann man sagen, dass "Die Macht des
Elfenfeuers" ein absolut empfehlenswertes Buch ist. Wem
"Elfenfeuer" gefallen hat, der sollte sich diesen Roman
keinesfalls entgehen lassen, da sich meines Erachtens noch gelungener
und ein würdiger Nachfolgeband ist. |