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Catherine O'Donell: Der
verbotene See
Klappentext: Seit langer Zeit
herrscht Krieg zwischen den Königreichen Fiann und Caernadon. Eine
uralte Prophezeiung besagt, dass nur eine Tochter aus dem mystischen
Schwanenvolk, das versteckt auf einer nebelverhangenen Insel lebt, die
streitenden Reiche einen kann. Auch Eirion, die Adoptivtochter der Königin
von Caernadon, kennt diese Geschichte - aber sie ahnt nicht, dass sie
die Heilsbringerin ist und mächtige Feinde seit langem darauf warten,
sie vernichten zu können.
Einst gab es auf Ork Nuado sieben
Reiche der Unschuld. Durch Zwietracht wurden jedoch sechs von ihnen
zerstört. Nur das Reich des Schwanenvolks, Anguli, besteht noch. Das
Schwanenvolk besteht aus mystische Wesen, die ihre Körperform zwischen
denen eines Menschen und denen des Schwans wechseln können. Doch auch
in Anguli beginnt sich das Gift, das die anderen Reiche der Unschuld
zerstört hat, langsam einzuschleichen. Zu dieser Zeit wird dem Königspaar
eine Tochter geboren. Das Schicksal bestimmt, dass ihr Platz nicht in
Anguli ist, sondern bei den Menschen. So wird das Kind in einem Körbchen
dem Fluss übergeben, wo es schließlich von einem alten Fischer im
Lande Caernadon gefunden wird. Er und seine Tochter bringen es zum
kinderlosen Königspaar von Caernadon, die das Mädchen aufnehmen. Es
wird auf den Namen Eirion, die Mondgeborene, getauft.
Die Welt, in der Eirion aufwächst, steht ihr feindlich gegenüber.
Aufgrund ihrer ungewissen Herkunft und ihres Aussehens, das für die Bevölkerung
Caernadons ungewöhnlich ist - rote Haare und stechende, grüne Augen -,
wird sie von den Bewohnern des königlichen Schlosses gemieden. Hinzu
kommt, dass in Caernadon die Magie, die für das Schwanenvolk
selbstverständlich ist, verboten ist, im Gegensatz zu Fiann, aus dem
die Königin und Eirions Adoptivmutter stammt. Doch niemand ahnt, was für
eine große Aufgabe das Schicksal dem Schwanenkind gestellt hat. Denn
Eirion soll laut einer alten Prophezeiung die einzige sein, die die
streitenden Reiche einen kann.
"Der verbotene See" von Catherine O'Donell ist der erste Band
der Trilogie der Streitenden Reiche. Im Zentrum steht Eirion, ein Kind
des Schwanenvolks von Anguli. Bei ihrer Geburt beginnt die Geschichte,
die sie durch Ork Nuado führt. Dabei verwebt Catherine O'Donell
zahlreiche Nebencharaktere mit in die Handlung. Diese Personen sind in
ihrer Art oft sehr vielschichtig, was zu einer komplexen Geschichte
beiträgt. Leider bleiben dabei auch manche Punkte auf der Strecke.
Gerade durch die Menge an agierenden Charakteren können diese teilweise
auch nur sehr oberflächlich behandelt werden. Das "Warum?"
hinter manchen Handlungen bleibt dem Leser von Zeit zu Zeit
verschlossen. Wenn dies nur bei Charakteren vorkommen würde, die einmal
auftreten und dann wieder verschwinden, wäre es noch erträglich. Aber
wenn es - wie in diesem Fall - bei der besten Freundin der Protagonistin
passiert, wünscht man sich doch, die Autorin hätte noch ein paar
Seiten hinzugefügt, um einige Situationen klarer darzustellen.
Abgesehen davon ist das Buch allerdings durchaus gut und empfehlenswert.
Vom Stil her erinnert es an Marion Zimmer-Bradley, denn wie bei ihren
Romanen wird ein Hauptaugenmerk auf die weiblichen Rollen gelegt, jedoch
nicht ganz so stark. Catherine O'Donell bringt in ihre Fantasy-Welt
einige interessante Ideen und baut sie so ein, dass sie über die
gesamte Länge des Buches Spannung erzeugen. Man kann nur hoffen, dass
sie dies auch in den folgenden zwei Bänden weiterführt. |